Wundmanagement

Chronische und schwer heilende Wunden brauchen eine fachkundige, kontinuierliche Betreuung. Unser modernes Wundmanagement in Mittersill begleitet PatientInnen mit aktuellen Behandlungsmethoden, fundiertem Fachwissen und einem ganzheitlichen Blick auf die individuelle Situation – von der chronischen Wunde über das diabetische Fußsyndrom bis zum offenen Bein (Ulcus cruris). Unser Ziel ist es, die Wundheilung bestmöglich zu fördern, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Dabei arbeiten wir eng mit behandelnden FachärztInnen, Pflegekräften und Angehörigen zusammen. Mit regelmäßigen Wundkontrollen, sorgfältiger Dokumentation und einer Therapie mit modernen Verbandsmaterialien bieten wir Ihnen eine verlässliche, professionelle und persönliche Betreuung.

FAQ

Häufige Fragen zum Wundmanagement (FAQ)

Modernes Wundmanagement ist die strukturierte, evidenzbasierte Behandlung akuter und chronischer Wunden mit dem Ziel, die Heilung zu fördern, Schmerzen zu reduzieren und Komplikationen zu vermeiden. Anders als die früher übliche trockene Wundversorgung setzt es auf ein feuchtes Wundmilieu, das die natürliche Heilung unterstützt.

Das moderne Wundmanagement umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Schritte:

  • umfassende Wundbeurteilung (Art, Größe, Tiefe, Wundrand, Sekret, Infektionszeichen, Ursache)
  • Ursachenbehandlung – etwa Druckentlastung bei Dekubitus oder Kompressionstherapie bei venösen Ulzera
  • Wundreinigung und Debridement (Entfernung von abgestorbenem Gewebe und Belägen)
  • feuchte Wundversorgung mit modernen Wundauflagen (Hydrogele, Hydrokolloide, Schaum-, Alginat- und Silikonverbände)
  • regelmäßige Kontrolle und Dokumentation des Heilungsverlaufs

Eingesetzt wird es bei vielen Wundarten, darunter Operationswunden, Druckgeschwüre (Dekubitus), diabetische Fußulzera, venöse und arterielle Unterschenkelgeschwüre sowie schwer heilende chronische Wunden.

Die Kaltplasmatherapie (kaltes atmosphärisches Plasma, CAP) ist eine ergänzende Methode im modernen Wundmanagement. Dabei wird ein ionisiertes Gas mit meist nur 30 bis 40 °C auf die Wunde aufgebracht – ohne thermische Schäden zu verursachen.

Kaltplasma kann die Wundheilung auf mehreren Wegen unterstützen:

  • Reduktion von Keimen – auch von Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind
  • Auflösung von Biofilmen, die die Heilung behindern
  • Förderung der Geweberegeneration und der Gefäßneubildung
  • Verbesserung der Mikrozirkulation und Regulierung von Entzündungen

Angewendet wird Kaltplasma vor allem bei schwer heilenden oder chronischen Wunden wie dem diabetischen Fußsyndrom, venösen Unterschenkelgeschwüren oder infizierten Wunden. Eine Sitzung dauert meist nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei.

Die Low Level Lasertherapie erfolgt mit einem Softlaser (niedrigenergetischer Laser). Im Gegensatz zu chirurgischen Lasern erzeugt er keine Hitze, schneidet kein Gewebe und zerstört keine Zellen. Typische Softlaser arbeiten mit rotem oder nahinfrarotem Licht (etwa 600 bis 1.000 Nanometer) und geringer Leistung.

Das Licht wird vor allem von den Mitochondrien der Zellen aufgenommen und kann verschiedene Heilungsprozesse anregen:

  • erhöhte Energieproduktion für Reparaturprozesse
  • Aktivierung wichtiger Wundheilungszellen und Anregung der Kollagenbildung
  • verbesserte Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung
  • Regulierung von Entzündungen und Linderung von Schmerzen

Eingesetzt wird diese Art von Therapie bei chronischen Wunden, diabetischem Fußsyndrom, venösen Unterschenkelgeschwüren, Dekubitus, Operationswunden oder Verbrennungen. Die Behandlung ist meist schmerzfrei; Schutzbrillen sind für alle Beteiligten erforderlich.

Moderne Verbandstoffe sind spezielle Wundauflagen, die ein optimales feuchtes Wundmilieu schaffen und die natürliche Wundheilung unterstützen. Anders als klassische Mullkompressen verkleben sie in der Regel nicht mit der Wunde, schützen neues Gewebe und müssen oft seltener gewechselt werden. Sie werden gezielt nach Wundart, Heilungsphase und Sekretmenge ausgewählt:

  • Hydrogele – geben Feuchtigkeit an trockene oder belegte Wunden ab
  • Hydrokolloide – für oberflächliche Wunden mit geringer bis mäßiger Sekretbildung
  • Schaumverbände – nehmen größere Mengen Wundsekret auf und polstern die Wunde
  • Alginat- und Hydrofaserverbände – hoch saugfähig, für stark exsudierende oder tiefe Wunden
  • silikonbeschichtete Wundauflagen – schonend für empfindliche Haut und schmerzhafte Wunden
  • antimikrobielle Wundauflagen mit Silber, Polyhexanid oder Jod – für infizierte Wunden

Die Auswahl treffen wir anhand von Ursache, Größe, Sekretmenge, Infektion und Wundumgebung. Wichtig: Der Verband allein heilt die Wunde nicht – entscheidend bleibt die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache, etwa Kompression und Varizenausschaltung bei venösen Ulzera oder Druckentlastung bei Dekubitus.

Ja. Ein chronisches Hautulkus, das trotz angemessener Behandlung über Wochen bis Monate nicht abheilt, kann in seltenen Fällen bösartig sein oder sich bösartig verändern. Die meisten chronischen Wunden entstehen zwar durch venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen, Druck oder Diabetes – sieht eine Wunde jedoch ungewöhnlich aus oder spricht sie nicht auf die Behandlung an, sollte eine Krebserkrankung mitbedacht werden.

Warnzeichen, die abgeklärt werden sollten:

  • eine Wunde, die trotz fachgerechter Behandlung über mehrere Wochen nicht heilt
  • plötzliches Wachstum, erhabene oder unregelmäßige Wundränder
  • leichtes Bluten, übler Geruch oder ungewöhnliche Sekretion
  • knotige Bereiche im Wundgrund oder vergrößerte Lymphknoten

Die wichtigste Untersuchung ist eine Gewebeprobe (Biopsie) aus Wundrand oder Wundgrund. Wir führen diese Abklärung – inklusive Gefäßdiagnostik und gegebenenfalls Biopsie – in unserer Ordination durch. Eine frühe Diagnose ist entscheidend für die Behandlungsmöglichkeiten.

Ja. Moderne Verbandstoffe sind in Österreich grundsätzlich auf ärztliche Verordnung erhältlich und können – je nach medizinischer Notwendigkeit – von der Krankenversicherung übernommen werden. Dazu zählen etwa Schaumverbände, Hydrogele, Hydrokolloide, Alginat- und antimikrobielle Wundauflagen. Die Verordnung erfolgt individuell und indikationsbezogen.

Zu beachten ist: Nicht jeder Verbandstoff wird automatisch und uneingeschränkt erstattet, manche Produkte sind nur bei bestimmten Diagnosen verordnungsfähig, und für einzelne Produkte oder größere Mengen kann eine vorherige Bewilligung der Krankenkasse nötig sein. Je nach Träger (ÖGK, BVAEB oder SVS) können unterschiedliche Regelungen gelten. Welche Produkte in Ihrem Fall übernommen werden, klären wir gemeinsam – fragen Sie uns einfach.

Die Heilungsdauer einer chronischen Wunde lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Sie hängt vor allem von der Ursache, der Größe und Tiefe, der Durchblutung, möglichen Infektionen und Begleiterkrankungen ab. Als chronisch gilt eine Wunde in der Regel, wenn sie nach etwa 8 Wochen trotz angemessener Behandlung nicht abheilt.

Als grober Richtwert sollte sich eine chronische Wunde unter geeigneter Behandlung innerhalb von 2 bis 4 Wochen erkennbar verbessern – etwa durch eine kleinere Wundfläche oder weniger Schmerzen und Sekret. Bleibt die Verbesserung aus, überprüfen wir Diagnose, Ursachenbehandlung und Therapiekonzept.

DGKP Claudia Schweighofer

Wundmanagerin Kontinenz- und Stomaberaterin

Nach jahrelanger Erfahrung in der Pflege chronischer Wunden entschied ich mich für die Weiterbildung Wundmanagement, die ich im Juni 2022 erfolgreich abschloss.

Weitere Infos

Kostenübersicht Wundmanagement

Als medizinische Dienstleister ist es uns ein wichtiges Anliegen Sie zunächst über die Kosten der Behandlung zu informieren. Sie finden alle Kosten hier aufgelistet.

Zusammenarbeit

Behandlung
Kosten
Erstkontakt
Anamnese, Verbandswechsel, Therapieplan
90,00 Euro pro Stunde
Erstkontakt Hausbesuch
Anamnese, Verbandswechsel, Therapieplan
105,00 Euro pro Stunde
Erstkontakt für Wunden nach Operationen & akuten Verletzungen
50,00 Euro pro Stunde
Verbandswechsel
15 Minuten 20,00 Euro
30 Minuten 40,00 Euro
45 Minuten 60,00 Euro
60 Minuten 80,00 Euro
Verbandswechsel Hausbesuch
15 Minuten 30,00 Euro
30 Minuten 50,00 Euro
45 Minuten 70,00 Euro
60 Minuten 90,00 Euro

Unsere Partner

Gemeinsam ist man stärker! Vernetzungen schaffen Möglichkeiten, die unseren Patienten zugutekommen. Wir stehen im ständigen Austausch mit hochqualifizierten Partnern in unserer Umgebung und können Ihnen somit auch dann Lösungen anbieten, wenn Ihre Probleme außerhalb unserer Kernkompetenzen liegen.